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Die Weinsorten in Ellerstadt

Portugieser, Blauer

Portugais Bleu (Frankreich), Oportô (Ungarn). Frühreifende, ertragssichere Rotweinsorte für zarte Weißherbste und blumige, wenig tanninbetonte Rotweine.

Verbreitung

Deutschland 1996 (4552 ha), Pfalz (2429 ha), Rheinhessen (1608 ha), Württemberg (205 ha), Nahe(106 ha) und Ahr (82 ha). Österreich (3000 ha, besonders in Niederösterreich), Ungarn, Jugoslawien und Frankreich (Tarn).

Herkunft

um 1772 von Freiherr de Fries von Portugal nach Österreich (Bad Vöslau, Baden) gebracht. Daran erinnnern die Namen Portugieser oder Oporto. Von hier verbreitete er sich nach Ungarn, Böhmen, Kroatien und Slovenien. Deutschland erreichte die Sorte nach 1840 über Johann Philipp Bronner (1792-1864) aus Wiesloch. Klassifiziert in Deutschland, Österreich.

Merkmale

Triebspitze: fast kahl, glänzend, gelbgrün. Noch wachsende Blätter und Triebe rötlich bronziert. Blatt: groß, glatt, glänzend, grün, drei- bis schwach fünflappig, Blattrand grob gezähnt. Stielbucht geschlossen, bei schwachem Wachstum V-förmig. Traube: mittel bis groß, länglich, beidseitig geschultert, dicht. Beeren: rundlich bis leicht oval, von Nachbarn gedrückt, blau beduftet, Schale dünn, Saft schwach gefärbt, fruchtig süß, wohlschmeckend.

Eigenschaften

frühe Reife, starker Wuchs, geringe Bodenansprüche, Ertragssicherheit ermöglichen verbreiteten Anbau und begründen die rasche Verbreitung. Begrenzung bringt große Empfindlichkeit gegen Winterfrost, Peronospora und Oidium sowie große Neigung zu Beerenbotrytis auf wüchsigen, feuchten Böden.

Wein

zartblumige Weißherbste für den Schoppen oder als Begleiter für Vorspeisen, Terrinen oder Muscheln. Als frühreifender Rotwein passend zu Braten und Käse.


Cabernet Sauvignon

Bidure, Petit Vidure, Bordeaux, Burdeos Tinto. Bekannteste Rotweinsorte für Gebiete mit heißem Klima

Verbreitung

weltweit 140 000 ha, Frankreich (SW 40 000 ha), Bulgarien (18 000 ha), Ungarn, Italien, Süd- und Nordamerika, Australien, Neuseeland.


Herkunft

von Römern vermutet (Biturica), SW-Frankreich, Nordspanien. Klassifiziert in Frankreich, Italien.

Merkmale

Triebspitze mittel bis stark wollig, Blattzähne leuchtend rot. Blatt: mittelgroß, blasig, tiefgrün, glänzend, fünflappig, Seitenbuchten tief eingeschnitten, außen überlappend, Stielbucht lyrenförmig, geschlossen bis überlappend, Unterseite mit Woll- und Borstenhaaren. Traube: klein bis mittelgroß, geschultert, länglich. Beere: schwarz, klein, rund, beduftet, dicke, harte Beerenhaut, festes Fruchtfleisch, Geschmack erinnert an Vogelbeeren, Veilchen, ist zusammenziehend.

Eigenschaften

in Mitteleuropa sehr spät reifend, wenig empfindlich gegen Peronospora und Spätfrost (später Austrieb). Sehr anfällig gegen Oidium, Eutypa und Phomopsis.

Wein

sortenrein, dunkelrot, streng, langsam reifend, deshalb meist Verschnitt mit Cabernet Franc, Merlot und Malbec, reif, sehr gute Eignung für Ausbau in Barriques.


Spätburgunder, Blauer

Pinot noir, Pino nero, Pignol (It.), Burgundac Crni (Jug.), Rounci (Tschechien), Kisburgundi Kék (Ung.), Pinot Tinto (Port.). Das Prädikat "König der Rotweine“ bringt am ehesten die mit dem Riesling vergleichbare Bedeutung des Blauen Spätburgunders nach Alter, Verbreitung und Ruhm des Weines zum Ausdruck.

Verbreitung

wichtigste QualitätsRotweinsorte des gemäßigten Klimas, Deutschland 1996 (7424 ha), Baden (4453 ha), sonst in der Pfalz (816 ha), Rheinhessen (643 ha), Württemberg (466 ha), Rheingau (299 ha), Ahr (277 ha), Franken (166 ha), Nahe (133 ha), Mosel-Saar-Ruwer (141 ha). In Frankreich (22 000 ha), Hauptsorte in Burgund (Cote de Beaune), in der Champagne neben Pinot Meunier und Chardonnay für Champagner, Elsaß (1200 ha). Österreich (400 ha). Norditalien (3 500 ha), Lombardei, Südtirol. Schweiz (4500 ha, Wallis und Ostschweiz). Portugal (350 ha) und in Südosteuropa. In Übersee ist er in Nord- (3800 ha) und Südamerika (300 ha), Australien (1300 ha) und Südafrika im Anbau.

Herkunft

die den Wildreben Westeuropas nahe stehende Sorte kann bereits zur Zeit der Römer (Vitis allobrogica) ausgelesen und kultiviert worden sein. Karl der III. oder der Dicke (839-888) brachte ihn 884 von Burgund als "Clävner“ nach Bodman an den Bodensee. Vor 650 Jahren wurde er von den Mönchen des Klosters Eberbach als "Klebrot“ in den Rheingau geholt und die Ahr erreichte er nach Bronner ebenfalls aus Burgund. Seine alte Bezeichnung in Baden war Clevner (14. Jh.). Klassifiziert in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz.

Merkmale

Triebspitze: stark wollig behaart. Blatt: mittelgroß, dunkelgrün, rauh bis blasig. Meist wenig gebuchtet, manchmal schwach drei- bis selten fünflappig, Blattunterseite leicht wollig behaart, Nerven vereinzelt beborstet, Blattrand stumpf gezähnt. Stielbucht V-förmig. Traube: alle Typen klein bis mittelgroß, walzenförmig, dichtbeerig (neue Klone auch locker, dadurch weniger botrytisanfällig), selten geschultert, geteilt. Beeren: rund bis oval, dunkelblau, stark graublau beduftet, dünnhäutig. Geschmack: saftig, fruchtig, süß.

Eigenschaften

im Anbau bereitet die Sorte keine größeren Probleme. Edelfäule ermöglicht das Gewinnen hochwertiger Weißherbstauslesen. Überempfindlich gegen die Virose Reisigkrankheit,

Wein

tief rubinrot (Burgunderrot), manchmal von einem warmen Braunton durchstrahlt; fruchtige Säure, verbunden mit an Holzfaßlagerung erinnernde, für alle BurgunderWeine typische Note. Im JungWein kann die Frucht an Brombeeren erinnern, im Alter gleicht sie mehr Nüssen mit einer zarten Bittre. Reife und Säure machen die SpätburgunderWeine lange haltbar. Sie passen zu kräftigen Braten, zu Wild oder Käse; fruchtige Weißherbste oder von Reife (Badisch Rotgold) oder von Frucht und Säure geprägte Rotlinge (SchillerWein) als Schoppen oder zu Vorspeisen, Terrinen, hellen Braten. Bermerkenswert sind die als Rotwein, Weißherbst oder weiß (blanc) erzeugten SchaumWeine.


Dornfelder

Frühreifende, starkwüchsige neue Sorte für tiefdunkle, markant fruchtige Rotweine.

Verbreitung

Deutschland 1996 (2125 ha), Pfalz (981 ha), Rheinhessen (702 ha), Württemberg (207 ha), Nahe (115 ha), Mosel-Saar-Ruwer (60 ha).

Herkunft

August Herold (1902-1973) kreuzte die Sorte 1955 an der Staatl. Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg aus Helfensteiner (Frühburgunder xTrollinger) xHeroldrebe (Portugieser xLimberger) (Ws 341). Der Name ist vom Weinbaufachmann Imanuel Dornfeld (1796-1869) aus Weinsberg abgeleitet. Klassifiziert in Deutschland.

Merkmale

starkwüchsig, großformatig. Triebspitze: weiß bis rötlich filzig behaart. Blatt: sehr groß, stark, fünflappig, blasig, gewellt, Stielbucht weit überlappt, Ränder grob gezähnt. Trauben: sehr groß, lang, breit geschultert, Beeren locker, mittelgroß bis groß, rund bis leicht oval, tiefdunkel, blaugrau beduftet. Beerenschale dick, Saft gefärbt, Geschmack fruchtig süß.

Eigenschaften

dem starken aufrechten Wuchs folgend großräumiger Drahtrahmen erforderlich. Leidet unter Trockenheit, empfindlich gegen Winterfrost, peronospora-gefährdet. Meist lockere Trauben und dicke Beerenschalen bedingen geringe Anfälligkeit gegenüber Botrytis.

Wein

betont fruchtiger, tiefdunkler bis blauroter, je nach Reife und Ausbauart zarter bis markanter Rotwein, der im ersten Fall zu Braten und Vorspeisen und im zweiten zu Wild und kräftigem Käse getrunken wird. Durch intensive Farbe interessant als Sorbet oder Sekt. Als Farbgeber beeinflusst er den Verschnittwein geschmacklich stark.


Weißherbst

Deutscher Rosé-Wein, der einschließlich Süßreserve aus Trauben einer Rebsorte erzeugt wurd; in der Ostschweiz W. fürFederweißer verwendet.

Chardonnay

Pinot Chardonnay, Morillon, Auxerrois. Weltweit wichtigste, weißtraubige Form der Burgunderfamilie, häufig mit Weißem Burgunder und Morillon verwechselt.

Verbreitung

Deutschland 1996 (334 ha), Pfalz (128 ha), Rheinhessen (93 ha), Baden (73 ha); Frankreich (20 000 ha), Burgund, Champagne, Elsaß mit Pinot blanc, im Chablis ausschließlich klassifiziert; Schweiz 1995 (193 ha). In Norditalien zusammen mit Weißburgunder (Pinot Chardonnay). In Übersee, Kalifornien (25 000 ha), Argentinien (900 ha), Kanada (250 ha), Australien (5000 ha), Südafrika (2300 ha). Anbauversuche in fast allen Weinbauländern.

Herkunft

die Sorte soll von den Kreuzrittern nach Frankreich und von den Benediktinern in Burgund verbreitet worden sein. Um 1850 wurde der Wert der Sorte erkannt. Trotzdem nennen die Ampelographen bis in die Gegenwart unterschiedliche Formen der Burgunderfamilie Chardonnay. Galet beschreibt 1958 das unverwechselbare Merkmal der blattgewebefreien Stielbucht und trennt ihn vom Weißen Burgunder als eigene Sorte. Die Rebenformen mit diesem Merkmal besitzen eine erhebliche Variation, die von weiß-ähnlich über Typ Chardonnay bis von der Würze des Weines her zu Muskateller reicht. Klassifiziert in Deutschland.

Merkmale

die wichtigsten ihn vom weißen Burgunder trennenden Merkmale sind: dunklere, glättere, weniger blasige Blätter. Stielbucht U-förmig, offen an Stelle von V-förmig bis geschlossen. Wichtigster Unterschied: die Stielbucht des Chardonnay ist durch Blattnerven, die des W.B. durch Blattgewebe abgegrenzt. Trauben meist kleiner als W.B., Beeren gelb bis goldgelb, W.B. gelbgrün bis grüngelb. Geschmack: laubig-fruchtiger als W.B.

Eigenschaften

vergleichbar mit W.B., aber empfindlicher gegen Verrieselung und Beerenbotrytis. Meist geringerer Ertrag und höhere Mostgewichte.

Wein

bei Unreife dünn und grasig. Reif: wuchtig, mit grüner Frucht und deutlicher Säure, daher Säureabbau und Ausbau im Holzfass oder Barrique positiv. Weiße Grundsorte des Champagners. Vielfalt der Weine ermöglicht die Anpassung an Terrinnen, Fisch, Muscheln, hellen Braten, Käse; edelsüße Weine sind seltene Besonderheit.


Burgunder, Grauer; Ruländer

Grauer Burgunder, Pinot gris, Tokay d’Alsace, Malvoisie (Fr. Westschweiz), Pinot Grigio (It.), Szürkebarat (Ungarn), Burgunderrebe mit rotgrauen Trauben für markante WeißWeine.

Verbreitung

Deutschland 1996 (2523 ha), Baden (1467 ha), Pfalz (454 ha), Rheinhessen (351 ha) und Nahe (102 ha). Frankreich (900 ha), Elsaß (600 ha). Österreich (400 ha). Schweiz (132 ha). Luxemburg (80 ha). Ungarn. Norditalien (2200 ha). In Übersee: Neuseeland.

Herkunft

grautraubige Mutation der Burgunderfamilie. Rückmutationen an Trieben, Trauben und Beeren zum Blauen Spätburgunder oder Weißburgunder beweisen dies. 1375 von Karl IV. nach Ungarn verbracht. 1568 von Lazerus von Schwendi (1522-1583) vom Plattensee ins Elsass und an den Kaiserstuhl verpflanzt. 1711 von Johann Seeger Ruland (1683-1745) im verwilderten Garten von Assessor Seuffert in der Streifergasse in Speyer gefunden und verbreitet. Klassifiziert in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien.

Merkmale

vor der Traubenreife schwer vomBlauen Spätburgunder undWeißen Burgunder unterscheidbar. Trauben: je nach Reife grau- bis blaurot, mittelgroß, walzenförmig bis geschultert, sehr dichtbeerig. Beeren: rund bis länglich, gedrückt, dünnhäutig. Geschmack: saftig, würzig.

Eigenschaften

neue Klone ertragssicher. Gesunde Beeren erreichen hohe Mostgewichte; aufrechter Wuchs, wenig krankheitsanfällig, wenig empfindlich gegen Winterfrost. Bei gutem Blütewetter können wie beim Spätburgunder Traubenteile mechanisch abgedrückt werden, dichter Beerenstand fördert Botrytis.

Wein

als Ruländer: körperreiche, volle, edelsüße Dessertweine für den Aperitif oder Nachtisch, als Grauer Burgunder oder Grauburgunder: markante, körperreiche, trockene Weine zum Braten oder bei höheren Qualitäten zu Wild passend.


Burgunder, Weißer

Pinot blanc, Pinot Chardonnay, Blanc de Champagne, Auvernat Franco, Pinot Bianco, P. Grigio (It.), Feherburgundi (Ungarn), Rulandsky bile, Roci Bile (Tschechien). Grüntraubige Rebsorte der Burgunderfamilie für reife, feinfruchtige Weine. Im Weinberg häufig mit Chardonnay oder Auxerrois vermischt.

Verbreitung

Deutschland 1996 (1936 ha), Baden (844 ha), Pfalz (542 ha), Rheinhessen (308 ha), Nahe (109), Mosel-Saar-Ruwer (62 ha), Sachsen (48 ha), Saale Unstrut (54 ha). Frankreich (1600 ha), Chablis allein, mit Chardonnay im Burgund, Elsaß; Österreich (2800 ha), Burgenland (1100 ha), Niederösterreich (1100 ha), Steiermark (500 ha); Tschechien (1300 ha); Nordjugoslawien; Norditalien (6200 ha); Übersee: Chile, Kalifornien (650 ha).

Herkunft

alte, weiße Mutation aus der Burgunderfamilie. Klassifiziert in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz, Italien.

Merkmale

häufig erst bei Traubenreife sicher vomBlauen Spätburgunder undRuländer unterscheidbar. Triebspitze: starkwollig, weiß grünlich. Blatt: mittelgroß, kaum gebuchtet, schwach dreilappig, Oberfläche blasig, Rand stumpf gezähnt. Stielbucht V-förmig, Herbstfarbe gelb. Traube: mittelgroß bis groß, walzenförmig, manchmal g eteilt, dichtbeerig, Beere: länglich bis rund, gedrückt, dünnhäutig, grüngelb. Geschmack: saftig, dezent fruchtig.

Eigenschaften

außer mittleren bis hohen Ansprüchen an Lage und Boden sowie gewisser Neigung zu waagrechtem Wuchs im Anbau, wenig Probleme.

Wein

pikant, an Äpfel erinnernd. Edelsüß als Aperitif oder zum Nachtisch; trocken zu Fisch und leichten bis kräftigen Fleischspeisen.


Riesling

Rheinriesling, Moselriesling, Gentil Aromatique, Petracine (Fr.), Riesling renano bianco, Reno (It.), White Riesling, Johannisberg (USA). Nicht mit Riesling identisch: Welschriesling, Schwarzriesling, Greyriesling, Emeraldriesling, Goldriesling. Bekannteste deutsche Weißweinsorte für Weine aller Qualitätsstufen.

Verbreitung

Schwerpunkt Mitteleuropa und Nachbargebiete. Deutschland 1996 (23 009 ha), Mosel, Saar, Ruwer (6 631 ha), Pfalz (5 002 ha), Württemberg (2715 ha), Rheingau (2640 ha), Rheinhessen (2448 ha), Baden (1358 ha), Nahe (1200 ha), Mittelrhein (451 ha), Bergstraße (260 ha), Franken (249 ha), Ahr (45 ha), Sachsen (45 ha), Saale Unstrut (31 ha). Luxemburg (160 ha). Frankreich (3000 ha), Elsaß (3300 ha). Österreich (1500 ha), Niederösterreich (1100 ha). Norditalien (300 ha). Südosteuropa bis Ukraine, ebenso in Übersee: Nordamerika (1800 ha), Australien (3750 ha) und Südafrika (1000 ha).

Herkunft

nach den Eigenschaften und dem frühesten Vorkommen nehmen zahlreiche Ampelographen an, dass er aus den Wildreben am Oberrhein ausgelesen wurde. Früheste Nennung für Wurzelreben 1435 in Rüsselsheim, 1464/65 Mosel, 1477 Elsaß, 1490 Weinberg in Worms (1990 deutsche Riesling-Sonderbriefmarke). Nach 1500 allgemein verbreitet, gehörte zu den empfohlenen Sorten aller Landesherren an Rhein und Mosel. Herkunft des Namens vielleicht von der Neigung zur Verrieselung. Klassifiziert in Deutschland.

Merkmale

Triebspitze: gelbgrün, weißfilzig, rötlich behaart. Blatt: mittelgroß, fünflappig, Oberfläche blasig, Unterseite wollig behaart, Blattrand stumpf gezähnt. Traube: klein bis mittelgroß, geschultert, dichtbeerig. Beere: klein bis mittelgroß, rund, grüngelb, schwarz punktiert, Sonnenseite gelbbraun. Geschmack: saftig, fruchtig, säuerlich, bei Vollreife würzig süß.

Eigenschaften

die spätreifende Sorte benötigt beste Lagen. Anbau ist problemlos, für fast alle Böden und Erziehungsarten geeignet.

Wein

rassig, lebendig, frisch, elegant, vornehm, adlig, fruchtige Säure kennzeichnend. Alle Qualitätsstufen vom einfachen KneippWein bis zur Trockenbeerenauslese möglich, sind sehr lange haltbar, zu leichten Speisen bzw. Fisch passend. Trockene Spätlesen und ältere Weine auch zu kräftigeren Speisen. Edelsüß als Aperitif oder zu Desserts.


Kerner

Erfolgreiche weiße Neuzüchtung für reife Weine.

Verbreitung

in allen deutschen Weinbaugebieten 1996 (7412 ha), Pfalz (2419 ha), Rheinhessen (2237 ha), Mosel, Saar, Ruwer (934 ha), Württemberg (812 ha), Nahe (386 ha), Franken (373 ha). In den Deutschland benachbarten Gebieten und in Übersee im Versuchsanbau.

Herkunft

von August Herold (1902-1973) 1929 an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg aus Trollinger und Riesling gekreuzt (We S 2530). Sortenschutz und Sortenliste 1969. Klassifiziert in Deutschland, Schweiz. Benannt nach dem Weinsberger Dichter, Arzt und Weinfreund Justinus Kerner (1786-1862).

Merkmale

Triebspitze: wollig behaart. Blatt: mittelgroß, fünflappig, Oberseite blasig, Stielbucht offen bis geschlossen, Blätter bis spät in den Herbst dunkelgrün. Traube: mittel bis groß, gelbgrün bis braungelb, dickschalig. Geschmack: saftig, süß bis leicht muskatiert.

Eigenschaften

starkwüchsig, nicht für sehr trockene oder nasse Böden, oidiumgefährdet, Arabic-Mosaic- Virus verursacht Kernersterben, mittel reifend, ertragssicher.

Wein

kräftig, nußartiger Muskatton, an Silvaner, bei ausgeprägter Säure auch an Riesling erinnernd, gut zu Terrinen oder kräftigen Fleischspeisen passend.


Müller-Thurgau

Rivaner, Riesling, Silvaner, Müller.

Verbreitung

weltweit etwa 50 000 ha, davon in Deutschland 1996 (22 757 ha), Rheinhessen (5880 ha), Baden (4871 ha), Pfalz (4741 ha), Mosel (2672 ha), Franken (2617 ha), Nahe (998 ha), Württemberg (748 ha), Saale-Unstrut (133 ha), Rheingau (110 ha). Ungarn (8000 ha); Slowakei (5300 ha); Österreich (4400 ha), Niederösterreich (2600 ha), Burgenland (1350 ha); Schweiz 1995 (719 ha); Frankreich, Elsaß. In geringerem Umfang in allen Weinländern Mitteleuropas bis England, auch in Australien und Neuseeland (1217 ha), Japan und USA.

Herkunft

Professor Hermann Müller aus Thurgau/ Schweiz (1850-1927) kreuzte die Sorte 1882 in der Forschungsanstalt Geisenheim aus Riesling x Silvaner. Eltern werden angezweifelt. Nach Genanalysen durch Ferdinand Regner in Klosterneuburg 1996 Riesling x Chasselas de Courtellier. Klassifiziert in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich.

Merkmale

Triebspitze hellgrün, leicht flaumig mit rötlichem Anflug. Blatt: mittelgroß, fünf- bis siebenlappig, tief gebuchtet, stark gewellt; Blattoberseite schwach blasig, kahl, Unterseite spinnwebig, verkahlend; Stielbucht überlappend; Blattrand gesägt. Traube: mittel bis groß, locker bis dichtbeerig, oft geschultert. Beere: mittelgroß, oval, gelblich grün, leicht beduftet; Beerenfleisch saftig mit Muskatton.

Eigenschaften

frühe Reife, ertragssicher, wüchsig, geringe Lageansprüche, wünscht aber wüchsige, nicht austrocknende Böden, ist empfindlich gegen Pilzkrankheiten Oidium, Peronospora, Botrytis und Phomopsis sowie gegen Winterfrost.

Wein

blumig-fruchtig mit leichtem Muskatton, wenig von der Säure geprägt. Passt trocken zu Fisch und leichten Speisen.


Silvaner, Grüner

Österreicher, Franken, Grüner Zierfandl (Österreich), Gentil vert (Frankreich), Johannisberger (Schweiz), Silvanai Zeleni (Slovenien), Zold Szilvani (Ungarn). Früher weit verbreitete weiße, alte Rebsorte für neutralen Wein.

Verbreitung

hauptsächlich Mitteleuropa. Deutschland 1996 (7421 ha), Rheinhessen (3386 ha), Pfalz (1562 ha), Franken (1251 ha), Nahe (470 ha), Baden (403 ha), Württemberg (301 ha), Saale- Unstrut (51 ha), Hes. Bergstr. (30 ha); Frankreich (2 600 ha), Elsass; Schweiz (300 ha); Österreich (62 ha); Kroatien; Ungarn (Plattensee); Italien (Südtirol); etwas in Australien und Kalifornien.

Herkunft

nach Ansicht verschiedener Weinhistoriker aus Wildreben der Donau ausgelesen. Transsylvanien wegen Winterfrostempfindlichkeit unwahrscheinlich. Namensableitung möglich. Nach genanalytischen Untersuchungen durch Regner / Klosterneuburg ist er eine Kreuzung zwischen Traminer und Österreichisch Weiß. 1665 von Abt Alberich Degen in die Zisterzienser-Abtei Ebrach, Steigerwald eingeführt. Kam möglicherweise über den Bischof von Speyer in die Pfalz, da die in dessen damaligem Herrschaftsgebiet lebenden katholischen Winzer die Sorte als Franken bezeichneten. Die evangelischen Winzer der leiningischen und kurpfälzischen Gebiete nennen ihn Österreicher. Vor und nach 1800 verdrängte die Sorte die alten minderwertigen Sorten wie Heunisch und Harthengst aus dem gemischten Satz.

Merkmale

Triebspitze: hellgrün, leicht wollig behaart. Blätter: mittelgroß, rund, schwach dreilappig, Oberseite hellgrün, kahl, Unterseite Nerven beborstet, Blattrand schwach gezähnt, Stielbucht V-förmig bis geschlossen. Traube: mittelgroß, walzenförmig bis geschultert, kompakt, dichtbeerig. Beeren: mittelgroß, rund bis gedrückt, gelbgrün. Beerenhaut fest, saftig bis knackig, fruchtig süß. Wohlschmeckend.

Eigenschaften

hohe Bodenansprüche und Winterfrostempfindlichkeit werden durch Ertragssicherheit ausgeglichen.

Wein

vorwiegend neutrale, fruchtige Kneippweine. Bei Ertragsbegrenzung in guten Jahrgängen und Lagen kräftige, "den Mund tapezierende“ Weine, die zu Fisch und hellem Fleisch passen. Edelsüße Auslesen sind als Aperitif oder zum Nachtisch zu empfehlen.


Scheurebe

Dr. Wagnerrebe. Spät reifend, robust, bringt reife, rieslingartige bis betont bukettierte Weine.

Verbreitung

in Deutschland 1996 (3521 ha), Rheinhessen (1966 ha), Pfalz (1043 ha), Nahe (276 ha), Franken (152 ha), Baden (53ha); Österreich (650 ha), Burgenland (350 ha), Steiermark (230 ha).

Herkunft

von Georg Scheu (1879-1949) 1916 an der Landesanstalt für Rebenzüchtung Alzey aus Silvaner x Riesling gekreuzt (Sämling 88, S.88). Sortenschutz und Sortenliste 1956. Klassifiziert in Deutschland, Österreich. Nach dem Züchter benannt.

Merkmale

Triebspitze: fast kahl, rötlich. Blatt: mittelgroß, mittel- bis deutlich fünflappig. Typisch ist Stielbuchtlappen am Stielansatz, Blätter lange, bis Herbstende dunkelgrün (wie Kerner). Traube: mittelgroß, dichtbeerig. Beere: mittelgroß, rund, gelbgrün. Geschmack: saftig, mit Sortenaroma.

Eigenschaften

winterfrostempfindlich, botrytis- und oidiumgefährdet, starkwüchsig, kalkverträglich.

Weine

Bukett an Schwarze Johannisbeeren erinnernd, sonst Riesling-Typ, kernig; trocken zu kräftigen Fleischspeisen; edelsüß als Aperitif oder zum Dessert.


Traminer, Roter

Gewürztraminer, Roter, Traminer, Kleinwiener, Kleinbraun, Roter Nürnberger, (Deutschl.); Savagnin rosé, Fromenteau rouge, Gentil rosé aromatique (Fr.); Termeno aromatico (It.). Spezialsorte für hochreife, trockene bis edelsüße Bukettweine.

Verbreitung

Deutschland 1996 (836 ha), Pfalz (359 ha), Baden (247 ha), Rheinhessen (109 ha); Frankreich (2600 ha), Elsass (2500 ha); Österreich (480 ha), Burgenland (300 ha); Schweiz (24 ha); Italien (500 ha), Südtirol (150 ha); Jugoslawien, CS (200 ha); Übersee: Kalifornien (1800 ha), Oregon, USA (700 ha), Kanada; Südafrika (300 ha); Australien (600 ha); Neuseeland.

Herkunft

wie bei vielen alten Sorten werden auch beim Traminer Parallelen zur Antike gesucht und seine Heimat in Südosteuropa vermutet, obwohl die Abstammung von mitteleuropäischen Wildreben nicht ausgeschlossen werden kann. Mit dem Riesling und einer reichtragenden Sorte wie Heunisch, Elbling, Gutedel, später Silvaner bildete er später den klassischengemischten Satz. Wegen Ertragsunsicherheit und Rückgangserscheinungen nie flächendeckend gepflanzt. Erstaunlicherweise blieb in Rhodt/Pfalz ein 4oojähriger Weinberg erhalten. Klassifiziert in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz, Italien.

Merkmale

ampelographisch sind der Rote Traminer und der Gewürztraminer nicht unterscheidbar. Ersterer bringt mehr Ertrag und weniger Aroma, so dass die Unterschiede ertragsbedingt sein können. Triebspitze: stark weißrot filzig behaart. Blatt: klein, rundlich, oft breiter als lang, meist dreilappig, Oberseite blasig, wenig, Unterseite stark filzig behaart, Nerven rötlich, wollig bis borstig behaart. Blattrand wechselnd stumpf gezähnt, Stielbucht V-förmig bis geschlossen. Traube: klein bis mittelgroß, dichtbeerig gedrungen. Beeren: klein, rund bis länglich, grau bis braunrot, dicke Schale, Geschmack: saftig, süß, mit einem an Rosen erinnernden Aroma und Geschmack.

Eigenschaften

Ansprüche an Boden und Lage hoch, neigt zur Verrieselung, sonst keine besonderen Empfindlichkeiten. Reife mittel bei hohen Zuckergehalten, Ertrag niedrig.

Wein

geprägt von Rosenduft und Würze, passen trocken gut zu markanten Terrinen, Fleischspeisen und Käse, edelsüß wird er als Aperitif, zu Käse oder Dessert begrüßt.


Merlot

Merlo, Petit Merle, Vitraille. Starkwüchsige, ertragssichere, rote Sorte für heißes Klima.

Verbreitung

Frankreich (SW 60 000 ha), Italien (30 000 ha), Schweiz Tessin (800 ha), Balkan, Nord- und Südamerika, Südafrika, Australien, Neuseeland.

Herkunft

alte Sorte aus SW-Frankreich, 1880 nach Italien gelangt. Klassifiziert in Frankreich, Italien, Schweiz.

Merkmale

Triebspitze: wollig behaart mit karminrotem Rand. Blatt: groß, drei- bis fünflappig, schwach gebuchtet, ungleichmäßig gezähnt, blasig, dunkelgrün, mit U-förmiger offener Stielbucht. Traube: mittelgroß, teils geschultert, zylindrisch, lockerbeerig. Beere: mittelgroß, rundlich, schwarzblau, saftig, dünnschalig.

Eigenschaften

starkwüchsig, ertragssicher, starkwinter- und spätfrostgefährdet, Verrieselungsanfällig.

Wein

dunkelrot, aromatisch (Schwarze Johannisbeeren), kräftig. Bringt als Verschnittpartner mit Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Cot Rundung und Zartheit.





Letztes Update: 29.06.2010, 09:29

 

 

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